1. Namensgebung - Namensfindung (alte Schmiede - neue Schmiede)

Im Zuge der Umgestaltungsmaßnahmen im Ortskern von Kirchdorf i. Wald war der Abriss des historischen Roidschmied-Hauses für Verwaltung und Bevölkerung aus Gründen einer „besseren“ Verkehrsführung bereits beschlossene Sache. Nicht aber für den Planer, der allerdings eine tragfähige Nachnutzung für dieses ehemals auch als Schulhaus genutzte Anwesen finden musste.

Was lag näher, dieses ortsräumliche wertvolle Gebäude für das eigene Planungsbüro umzunutzen! Wo jahrhundertelang Eisen im offenen Feuer erglühte und auf dem Amboss in die gewünschte Form gebracht wurde, werden nun Pläne und Konzepte „geschmiedet“. Aus einer Schmiede-Werkstatt wurde eine „Ideen-Werkstatt“! 

Nebenbei konnte ein dem Abbruch geweihtes Anwesen erhalten und in seiner dorfgemäßen Bauqualität gesichert werden. Der Ortskern wurde mit einer zukunftsfähigen Nutzung stabilisiert und zudem etwa 20 Arbeitsplätze auf dem Lande geschaffen.

 

2. Bürobeschreibung „alles in einem“ - Strategie

Die Besonderheit dieses Büros liegt in seinem holistischen (allumfassenden) Planungsansatz. Sämtliche Sparten von Planern des „oberirdischen Bauens“ sind unter einem Dach zusammengefasst:-    Hochbau-Architekten
-    Städtebau-Architekten
-    Landschafts-Architekt, Landschafts-Ökologe
-    Bau-Ingenieur (Baudurchführung)

Aus dieser „alles in einem“-Konstellation ergeben sich viele Synergie-Effekte und zwangsläufig „der Blick über den Tellerrand“. Eine interdisziplinäre Büro-Besetzung ist originäre Voraussetzung für einen vernetzten Denkansatz. Die komplexe Materie unserer Innen- und Außenwelt erfordert zur Verwirklichung von innovativen Ideen diese „alles unter einem Dach“-Strategie. 

 

3. Arbeitsmethodik „vernetztes Denken“

Ein holistischer Planungsansatz fragt nicht allein nach dem „Heute“ und „Morgen“, wesentlich ist die Frage nach dem „woher komme ich, wo sind meine Wurzeln“.

Auf den Hochbau übertragen heißt dies, die tradierten Bauformen und -strukturen stellen den geistigen Hintergrund für eine Planungsaufgabe dar. Die qualitätvollen Leitbilder der Vergangenheit werden in die Gegenwart transponiert und nach modernen Anforderungen zeitgemäß umgesetzt. Eine Rückbesinnung auf traditionelle und gebietspezifische Werte darf aber niemals ein eklektizistisches Herausziehen von einzelnen Versatzstücken aus verschiedenen Epochen oder Gegenden bedeuten. Leitmotiv muss immer die Suche nach einer zeitgemäßen Interpretation von unterschiedlichen Randbedingungen der Bauaufgabe sein.

Ein wesentliches Merkmal der Gebäude „entwickelt in der Architekturschmiede“ ist die Tatsache, dass sich die Nutzung des Gebäudes auch in seinem Gestaltungskonzept äußert („Form folgt Funktion“). Salopp formuliert: ein Feuerwehrhaus ist kein verkapptes Wohnhaus, eine Schule ist kein Fabrikgebäude. Ein öffentliches Gebäude mit seiner spezifischen Nutzung muss sich abheben von privaten Wohngebäuden, die überdies leicht von modischen Strömungen erfasst werden. „Zeitgemäße Architektur“ anstatt „modernistisches Bauen“ lautet die Maxime. Wobei wir uns dem Trend der jetzigen „Moderne“ nicht anschließen wollen, für alle Nutzungen „Kisten aus Sichtbeton“ hinzustellen. Architekten sollen nicht für Architekten bauen, sondern Ziel jedes Bauens soll es sein, dass sich der Nutzer im Gebäude wohlfühlt und deshalb ergibt sich wieder zwangsläufig eine Differenzierung bei den einzelnen Bauaufgaben.

Auf städtebauliche Fragestellungen übertragen bedeutet ein interdisziplinärer und holistischer Planungsansatz die bedingungslose Einbeziehung der ortsräumlichen Ursprünge und der Veränderung über die Jahrhunderte hinweg. Unabdingbar ist die Frage nach dem „genius loci“, der Besonderheit der Örtlichkeit. Für jede Ortschaft wird, ausgehend von spezifischen Rahmenbedingungen und Vorgaben, nach individuellen Lösungen gesucht. Für jede Örtlichkeit ist ein unverwechselbares und ortspezifisches Konzept auszuarbeiten und umzusetzen.

Ein wesentlicher Grundsatz - insbesondere bei ortsräumlicher Planung -  ist, dass die Gestaltung bzw. das Design nicht im Vordergrund steht, sondern mehr ein gefälliges Nebenprodukt darstellt. Auch hier wollen wir bewusst keine „Designerplätze“ in den Dörfern entwerfen, sondern eine angemessene Formensprache finden. Die Funktionalität bzw. Nachhaltigkeit einer vorgeschlagenen Planung muss absolute Priorität genießen. Von Seiten des Planers müssen möglichst alle Rahmenbedingungen so optimiert werden, dass sich eine Verbesserung und Stabilisierung der wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Faktoren einstellt (Stichwort Agenda 21). Sollte sich ein zudem angenehmes Erscheinungsbild ergeben, so kann die Planung als gelungen und nachhaltig angesehen werden gemäß dem Slogan: „Als die gelungenste Dorferneuerung kann diejenige Ortsplanung erachtet werden, bei der ein Mitwirken eines Planungsbüros kaum in Erscheinung tritt“.